Welcome to my blog. I document my adventures in travel, style, and food. Hope you have a nice stay!
All in Rezept
Ich konnte Rote Bete schon immer gut leiden. Als ich klein war, habe ich mit meiner Schwester vor Ostern hartgekochte Eier im Rote-Bete-Sud gefärbt (wegen des natürlichen Farbstoffs Betanin mussten wir Einweghandschuhe tragen). Seit ich groß bin, esse ich Rote Bete mit dem allergrößten Genuss. Am liebsten roh als Carpaccio, im Salat oder als Rote-Bete-Ingwer-Möhren-Powersaft, ganz frisch gemixt z. B. auf dem Hamburger Isemarkt. Aber auch als Ofengemüse, Sorbet, Dessert oder Beilage, in Suppen oder Eintöpfen ist das kräftige, süß-herbe Aroma extrem köstlich. Dank der wertvollen Vitamine und Mineralstoffe gehört das Multitalent zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt. Dies vorweg.
Man könnte behaupten, die Zeit für Eis sei vorbei. Kaum setzen wir unseren Fuß vor die schützenden Barrikaden unserer Hamburger Stadtpaläste, fliegen uns vertrocknete Blätter im Sturmfeuer entgegen, der Wind bläst den Schal ins Gesicht und lässt uns aussehen wie die Meyer vom Dienst.
Kennt ihr das auch? Da wirft man einen Blick durch die Küche und stellt fest – Huch, da hab ich wohl eine Avocado zu viel gekauft. Nein? Ich auch nicht.
Vielleicht jedoch mal ein Zustand, den man gepflegt auf die wöchentliche To-Do-Liste setzen sollte. Dass man nicht jeden Tag Guacamole essen kann und möchte, kann ich durchaus (nicht) nachvollziehen, aber was ist mit Eis?
“Ein Tag ohne Eis ist ein verlorener Tag”, lehren altbekannte Lebensweisheiten. Einen Tag verlieren? Kommt gar nicht in Frage! Effizienz gehörte doch schon immer zu des Deutschen liebsten Werten.
Kein Tag mehr ohne Eis! Kein Tag mehr zu viel Avocado!
Wer jetzt zweifelnd die Stirn kraust, hat das noch nicht probiert: Avocado-Sakura-Kresse-Eis mit Reissponge. Klingt verrückt? Vielleicht. Aber alles andere wäre ja normal. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, der Knüller. Und wer hätte gedacht, dass ausgeklügelte Ökonomie so verdammt gut schmeckt?
Mit dem Luicella’s Eis-Mix unserer Hamburger Eis-Virtuosen gelingt der Spaß übrigens besonders flott und wird auch ganz ohne Eis-Maschine richtig schön cremig. Darüber hinaus ist er sogar vegan. Na, wenn das nichts ist.
Hach, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert :]
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich freu mich immer auf den Herbst.
Endlich nicht mehr schwitzen, endlich besseren Geruch in den Öffis, endich keine lästige Fliegen mehr, der Himmel wird blauer, die Luft klarer.
Die Bäume färben sich, Indian Summer überall und das beste sowieso: der Kürbis hat wieder Saison.
Immer schneller wandert mein Blick über die kleinen Wetter-Animationen in der Wetter-App meines Smartphones. Wolken, Wolken, Sonne und Wolken, Sonne… Sonne?! “Leute!” Holt den Grill raus!” Zweimal klatsche ich in die Hände, wobei ich schon beim Wort “Grill” die Aufmerksamkeit auf meiner Seite habe, und wedel leuchtende Schlieren durch die Luft mit meinem Handy.
Heute widmen wir uns einer Wurzel, die lange in Vergessenheit geraten ist und bei der die meisten wohl vor allem an Brei-Kleckse auf Lätzchen brabbelnder Kleinkinder denken: Die Pastinake. Früher hoch im Kurs, dann kam die Kartoffel und lief dem weißen Wurzelgemüse den Rang ab. Die Pastinake war out. Eine Schande, wenn Ihr mich fragt. Der feine, süßlich-nussige Geschmack macht sie ideal für leckere Suppen, Pürees und deftige Eintöpfe. Bei uns steht heute Letzteres auf dem Plan.
Auch in Hamburg gibt es Tage, an denen endlich der Staub von der Sonnenbrille gepustet und die T-Shirts aus dem Karton im Keller befreit werden können. Tage, an denen sich Fahrradfahren ohne Regenjacke und mit kitzelndem, warmem Fahrtwind auf der nackten Haut anfühlt wie pure Freiheit. Diese Tage eben, an denen man nur die Nase in den Wind halten muss und vor lauter Grilldüften nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist.
Endlich ist er da!
Das monatelange Warten hat sich gelohnt! Vergessen sind die gefrorenen Finger, die laufenden Nasen und der nervige Anti-Rutsch-Streu-Stein im Schuh.
Der Sommer ist da!
Sommer, Sonne, Sonnenschein! Und zwar satt.
Na gut, wir leben in Hamburg und da ist ja bekanntlich der Sommer ca. 4,5 Tage lang, aber man soll ja die Feste feiern, wie sie kommen. So isses, also Multi Tasking ist angesagt, Zeit Management ist ja bekanntlich alles.
Grillen? Jawohl! Outdoor Shooting? Immer her damit! Das Beste im Leben ist ja wenn man die Arbeit mit dem Hobby verbinden kann.
Nicht, dass Grillen für uns lediglich ein Hobby wäre. Nein, nein. Wir sind Profis!
Ich gehöre zu den Menschen, die auf Feiern stets am selben Ort zu finden sind: Vorm Buffet. Oder gerade so weit entfernt, dass bequem mit der Patschehand ein weiteres Teilchen vom Tisch gegriffelt werden kann. Am liebsten sind mir Veranstaltungen, auf denen ein (attraktiver) Kellner mit voll beladenem Tablett durch die Menge der Feierbiester schwebt. Das dehnt den Bewegungsspielraum.
Dass wir in Gegenwart guten Essens schonmal ins Schwärmen geraten, ist kein Geheimnis. Das ist wohl Berufsrisiko. Doch als uns der Postbote vor Kurzem ein lang ersehntes Paket über die Türschwelle schob, flogen die Glücksgefühle nach oben wie ein prall gefüllter Helium-Ballon.
Viele feiern sie! Die Karwoche. Und Ostern als das höchste Fest der Christen. Aber bei uns kann man allenfalls passende Eier kaufen.
Weich sinke ich ein in die Auflage meines Liegestuhles. Während meine Augen langsam zufallen, erhasche ich aus dem Augenwinkel noch den Gecko, der unter dem Sonnenschirmdach auf Insektenjagt ist und die darüber zeitlupenartig sich im Karibikwind bewegenden Kokospalmen.
Meine Eltern haben sich sehr früh scheiden lassen und da waren mein Bruder und ich häufiger in den großen Ferien bei meiner Tante Hilli und meinem Onkel Karl in Pullach bei München, weil meine Tante ihre Schwester wohl etwas entlasten wollte mit uns beiden Buben. Wenigstens hatten die eine aus unserer Kindersicht gesehen, fette Villa mit Pool und so und tranken nachmittags immer Campari auf Eis und rauchten dazu mit so nem extra Filter sehr vornehm Zigaretten.
....My dears, Christmas has passed. Whoosh. It happened so fast. Yeah, I’m really sad as well.
..Meine Lieben, Weihnachten ist vorbei. Zack. So schnell kann’s gehen. Ja, ich bin auch ganz traurig.
....
Dumpfes Pochen zittert in gleichmäßigem Rhythmus vom Zimmer meines Mitbewohners durch die Dielen der Altbauwohnung und von Zeit zu Zeit sickern angestrengtes Schnaufen und leise Brummellaute durch den Türschlitz. Ich stehe vor dem Herd, eine Pfanne voll buttrig-dampfendem Pancake-Teig vor mir und werde von der Vibration im Boden in regelmäßigem Abstand durchgeschüttelt.
Die braunen Knopfaugen meines Mitbewohners weiten sich, als das Close-up der gebackenen Tarantel über den Bildschirm flimmert. Groß, braun, haarig – ein Bild von einem Mann, doch der Anblick der Vogelspinne lässt die Borsten seines Vollbarts aufgeregt in alle Richtungen zittern. „Die können doch nicht..”, dringt schockiertes Murmeln von der anderen Sofaseite an mein Ohr. Gerade hebt die Promi-Dame vom hinteren Ende des Alphabets mit argwöhnisch-prüfendem Blick ein Beinchen des Gliederfüßlers an – „Argh, sie hat es angefasst..!” – lässt es jedoch angewidert wieder auf den Teller fallen.
....
....
I always avoid upright ladders. Taking metre-wide detours and executing acrobatic stunts if necessary – I just won't walk under there. I throw salt over my shoulder to escape seven gloomy years of damnation. When I clink glasses I make sure to keep eye contact, you can never know. And if a black cat crosses my path, I think about whether it had come from left to right or from right to left, and which of the two possibilities was the worst case scenario. On the other hand, I’m convinced that my cat shields me from evil like a cheese dome.
..
Um aufgestellte Leitern mache ich einen Bogen. Und wenn ich meterweite Umwege und akrobatische Höchstleistungen in Kauf nehmen muss – ich geh da nicht durch. Ich werfe Salz über meine Schulter, um den unheilvollen sieben Jahren Verdammnis zu entgehen. Beim Anstoßen blicke ich den Menschen in die Augen. Man kann ja nie wissen. Und tippelt eine schwarze Katze vor mir über die Straße, überlege ich als Erstes, ob sie von links nach rechts oder von rechts nach links gekommen ist und welches von beiden Möglichkeiten nochmal der worst case war. Andererseits bin ich überzeugt, dass mich mein Kater vom Bösen abschirmt wie eine Käseglocke.
....