In season - Topinambur

Meine allererste Erfahrung mit Topinambur liegt schon etliche Jahre zurück und bleibt auf ewig unvergessen. Der Auflauf aus den kleinen, runzligen Knollen, die wie Ingwer aussehen (Erntezeit Oktober bis März) und weiterem Wintergemüse war die Premiere und wäre für vier Mahlzeiten mehr als ausreichend gewesen (wir waren zu zweit). Die Betonung liegt auf »wäre«. Dann aber duftete alles so würzig und aromatisch und schmeckte so köstlich, dass wir uns nicht bremsen konnten/wollten. Keine Chance. Tatsächlich verputzten wir alles bis auf den letzten Krümel. Topinambur war unser Hit. Danach gingen wir ins Theater. Erste Reihe. Bis zur Pause verging gefühlt eine halbe Ewigkeit…

.... IN SEASON – BEETROOT .. In Season – Rote Bete ....

Ich konnte Rote Bete schon immer gut leiden. Als ich klein war, habe ich mit meiner Schwester vor Ostern hartgekochte Eier im Rote-Bete-Sud gefärbt (wegen des natürlichen Farbstoffs Betanin mussten wir Einweghandschuhe tragen). Seit ich groß bin, esse ich Rote Bete mit dem allergrößten Genuss. Am liebsten roh als Carpaccio, im Salat oder als Rote-Bete-Ingwer-Möhren-Powersaft, ganz frisch gemixt z. B. auf dem Hamburger Isemarkt. Aber auch als Ofengemüse, Sorbet, Dessert oder Beilage, in Suppen oder Eintöpfen ist das kräftige, süß-herbe Aroma extrem köstlich. Dank der wertvollen Vitamine und Mineralstoffe gehört das Multitalent zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt. Dies vorweg. 

In Season – Maronen

Anfang November war ich in Lissabon. An zig Ecken gab es Maroni-Stände – es rauchte, brizzelte und duftete. Das Paradies. Ich weiß, Esskastanien, Maronen oder Maroni sind nicht jedermanns/fraus Sache, aber meine schon. Deshalb musste ich ca. sieben Mal eine Tüte haben. Natürlich war ich gierig und habe mir Finger und Lippen verbrannt. Egal, das nussig-süßliche Aroma, das sich beim Garen entwickelt, ist göttlich! 

.... LUICELLA’S ICE CREAM MIX: SORBET MIX WITH AVOCADO AND SAKURA CRESS .. Luicella's Eis-Mix: Sorbet mix mit Avocado und Sakura-Kresse ....

Kennt ihr das auch? Da wirft man einen Blick durch die Küche und stellt fest – Huch, da hab ich wohl eine Avocado zu viel gekauft. Nein? Ich auch nicht.

Vielleicht jedoch mal ein Zustand, den man gepflegt auf die wöchentliche To-Do-Liste setzen sollte. Dass man nicht jeden Tag Guacamole essen kann und möchte, kann ich durchaus (nicht) nachvollziehen, aber was ist mit Eis?

“Ein Tag ohne Eis ist ein verlorener Tag”, lehren altbekannte Lebensweisheiten. Einen Tag verlieren? Kommt gar nicht in Frage! Effizienz gehörte doch schon immer zu des Deutschen liebsten Werten.

Kein Tag mehr ohne Eis! Kein Tag mehr zu viel Avocado!

Wer jetzt zweifelnd die Stirn kraust, hat das noch nicht probiert: Avocado-Sakura-Kresse-Eis mit Reissponge. Klingt verrückt? Vielleicht. Aber alles andere wäre ja normal. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, der Knüller. Und wer hätte gedacht, dass ausgeklügelte Ökonomie so verdammt gut schmeckt?

Mit dem Luicella’s Eis-Mix unserer Hamburger Eis-Virtuosen gelingt der Spaß übrigens besonders flott und wird auch ganz ohne Eis-Maschine richtig schön cremig. Darüber hinaus ist er sogar vegan. Na, wenn das nichts ist.

Hach, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert :]

Hamburgs Best Coffee Shops – Törnqvist

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich meiner Kaffeeleidenschaft hingegeben habe. Der Sommer wurde in vollen Zügen genossen und hier in Hamburg ist nun endgültig der Herbst eingezogen. Zeit sich mit einer heißen Kaffeespezialität aufzuwärmen. Heute geh ich aber nicht in einer Rösterei! Unsere schönste Stadt der Welt hat einen neuen Kaffee Hotspot bekommen und wir könnten kaum glücklicher darüber sein. Unser großer Dank gilt unserem Homeboy Linus. Seit Ende September öffnet er mit seinem Team täglich am Neuen Pferdemarkt seine Türen um seine Vision von Kaffee mit uns zu teilen. Aber Linus ist keines Weges ein Newbie. Jeder Kaffee Nerd im Norden kennt ihn bereits. Seit 3 Jahren ist er mit seinem unheimlichen schicken VW Bus auf den Streetfood Festivals und Marktplätzen am Start und verwöhnt uns seit jeher mit einem leichten, aromatischen und vor allem fruchtigen Kaffee. Im Winter war er in den Räumen der Luicellas Eisdiele auf St.Pauli und hat dort die Saison mit Kaffee und netten Leuten gefüllt. 

.... IN SEASON: SALSIFY .. In Season: Schwarzwurzel ....

Außen pfui und innen hui: Willkommen Schwarzwurzel!

 

Ihr feines weißes Fleisch schmeckt leicht nussig und schön würzig, also richtig lecker – das ist die gute Nachricht. Der kleine Wermutstropfen ist die Vorbereitung – sie ist leider etwas mühsam. Geschenkt. Denn das Ergebnis am Schluss – gedämpfte, frittierte oder überbackene Schwarzwurzeln – ist einfach nicht zu toppen.

Und so mache ich es: Nicht zu dünne Exemplare kaufen (beim Schälen gibt's viel Abfall); die Stangen nur abklopfen, nicht waschen (die restliche Erde an der groben Schale bleibt beim Kontakt mit Wasser ohnehin superfies kleben); unbedingt Gummihandschuhe und Schürze (Spritzer!) tragen (hatte ich einmal vergessen und dank des weißlichen, klebrigen Milchsaftes ewig lange braun verfärbte Finger); die Wurzeln mit einem stabilen Sparschäler beherzt schälen und die weißen, appetitlichen Stangen z. B. in Zitronen- oder Essigwasser baden, denn dann verfärben sie sich nicht.

.... IN SEASON – BRUSSEL SPROUTS .. In Season – Rosenkohl ....


Was gibt der Oktober her an schönem saisonalen Gemüse und Obst?

Mir schießen da direkt allerhand dolle Dinge durch den Kopf – Äpfel und Birnen, Schwarzwurzeln und Topinambur, aber vor allem: Rosenkohl. Wovor es mir früher gegraust hat, schmeckt mir jetzt so gut, dass ich mir vor Vorfreude auf dieses Rezept schon die Hände reibe. Vielen stellt es bereits beim Wort “Rosenkohl” die Nackenhaare auf – zu Unrecht! Denn: Ursprünglich aus dem heutigen Belgien enthält der runde Miniatur-Kohl viele Mineral- und Ballaststoffe sowie Vitamin A, Riboflavin (Vitamin B2) und Ascorbinsäure(Vitamin C) und mausert sich damit zu einem echten Kraftpaket. Und mit seinem süßlich-herben Geschmack macht er sich nicht nur hervorragend als deftige Beilage oder wärmende Suppe, sondern läuft auch als vegetarisches Hauptgericht zu Höchstformen auf.

Life-Hacks: Focaccia

Hand aufs Herz: Es gibt kaum ein mehr missverstandenes Gericht als Focaccia.

In tausend Variationen hab ich sie schon hier gesehen. Als vermeintliches italienisches “Fladenbrot”, als Beilage zu irgendeiner Mahlzeit, aufgeladen mit allen möglichen unpassenden Toppings.

Lasst mir ein dieser Stelle was sagen: NEIN.

Nein, nope, no.

Ligurische Focaccia ist kein Fladenbrot. Ligurische Focaccia ist nicht 5 cm dick. Ligurische Focaccia wird nicht zu einer Mahlzeit serviert, sie IST eine Mahlzeit. Und was als Topping akzeptiert wird sind höchstens Zwiebeln oder Oliven. Aber eigentlich braucht sie das nicht.

Denn sie ist so vollkommen. Die perfekte Verbindung aus feinem Olivenöl und Weizenmehl. Ein Gedicht aus fluffig und crunchy. Die ideale Balance von einfachen Zutaten.

Was bei den Schwaben Spätzle sind und den Franzosen Champagner ist den Liguri die Focaccia.

Also hier für euch ein ligurisches Juwel. Alles andere ist Fladenbrot.

Lieblingsmenschen, Schietwetter und ein heißes Rost

Immer schneller wandert mein Blick über die kleinen Wetter-Animationen in der Wetter-App meines Smartphones. Wolken, Wolken, Sonne und Wolken, Sonne… Sonne?! “Leute!” Holt den Grill raus!” Zweimal klatsche ich in die Hände, wobei ich schon beim Wort “Grill” die Aufmerksamkeit auf meiner Seite habe, und wedel leuchtende Schlieren durch die Luft mit meinem Handy.