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Hamburg bruncht in der Alpenkantine

Hamburg bruncht in der Alpenkantine

Fotos: Patrick Schwanz
Text: Leonie Kantratowicz


Hamburg bruncht in der Alpenkantine


Morgenstund’ hat Gold im Mund. Ich bevorzuge Croissants. Manch einer weiß in den frühen Stunden ja nicht, wo hinten und vorne ist, ich bin absoluter Morgenmensch. Morgenmuffelei? Find ich doof. Warum ‘ne Schnute ziehen? Der Tag fängt gerade erst an! Viel besser noch: Es gibt Frühstück! Was schlägt schon ein frech-frisches Müsli, heißen Kaffee oder den Duft von buttrig-dampfendem Toast nach dem Dornröschenschlaf?

Frühstück ist super. In einer Stadt, die gastronomisch aus allen Nähten platzt, hat man sich das schon längst dick hinter die Löffel geschrieben. So viel Auswahl, da löst sich Günnis 1-Millionen-Euro-Frage leichter. Jedes Jahr braucht seine Missionen, darum sind wir auf der Suche nach den schönsten Plätzchen, um auch abseits vom heimischen Küchentisch nach allen Regeln der Kunst in den Tag zu starten.

Ein solches Plätzchen ist die Alpenkantine. Mitten in Eimsbüttel an der beliebt-berüchtigten Osterstraße gelegen, hat man sich hier komplett der österreichischen Küche verschrieben. Mein Herz jodelt – Österreich ist für mich so sehr Kindheit, dass ich auch direkt einen Pass beantragen könnte. Mit einer Oma aus der Steiermark besteht meine DNA ohnehin zur Hälfte aus Kässpatzen und WIener Schnitzel.

Als Patrick und ich durch die große Tür mit der schicken Holzverkleidung in den lichtdurchfluteten Innenraum der Alpenkantine schlüpfen, packt uns pures Nostalgie-Gefühl. Wände und Tresen aus gegossenem Beton sorgen für modern-industriellen Chic, blau-weiß gemusterte Fliesen erinnern an blühende Bergwiesen und über langen, massiven Tischen aus Lärchenholz mit wildem Stühle-Potpourri hängt stilecht eine Kuckucksuhr, für die ich ohne zu Zögern meine gesamte Inneneinrichtung hergeben würde.

Untermalt wird die Liebe bis ins kleinste Detail durch eine wundervolle Musikauswahl. Ich fühl mich pudelwohl, was nicht zuletzt auch am Service liegt. Nicole zaubert uns hinter der Theke einen wunderbaren Americano (mit Kaffeebohnen von Carroux), bevor wir uns an unsere Bestellung machen. Die wird übrigens ganz kantinenmäßig direkt am Tresen aufgegeben, von wo der Blick ungestört über die große Auswahl frischer Salate, Knödel, Kuchen, Tartes und anderen Gebäcken wandern kann. Einmal Schulterklopfen an meine Selbstbeherrschung.

Während die Morgensonne Schattenbilder über die hellen Wände malt, findet unser Frühstück eins nach dem anderen den Weg vor unsere Nasen. Das ging echt schnell! Zum Einstimmen gibt’s Saft, einen karottig-orangenen Detox-Saft mit Apfel, Orange, Ingwer, Basilikum und Karotten für Patrick, ich bekomme den Immun Booster, der durch Rote Beete, Karotte, Ingwer und Apfel seinem Namen alle Ehre macht. Für den Energieschub am Morgen absolut empfehlenswert.

Zwei Gedecke bietet die Alpenkantine ihren Gästen: Einmal süß, einmal herzhaft. Wird natürlich beides bestellt und warum nicht direkt auch noch eine Stulle mit Rührei und extra Avocado dazu? Wir haben hier ja schließlicheinen Aufklärungsauftrag. Auf dunklen Schieferplatten duften ein Brötchen, ein Croissant und ein Sauerteigbrot um die Wette, dazu gibt es mit Butter, Honig, Heumilchkäse, Fenchelsalami, Wildkräuterfrischkäse, hausgemachter Erdbeermarmelade und fruchtigem Birchermüsli alles, was das Frühstücksherz begehrt.

Apropos hausgemacht: Nennen wir es Hausmotto – schon beim Eintreten fliegt es uns in großen Lettern von der Theke entgegen. Beim Verantwortungsbewusstsein des Delis für seine Lebensmittel sprudelt unsere Begeisterung förmlich über: Für die Gerichte werden ausschließlich Milch- und Fleischprodukte aus nachhaltiger, tiergerechter Haltung in der näheren Umgebung sowie saisonales Obst und Gemüse von regionalen Produzenten verwendet.

Aber zurück zum Frühstück: Das Croissant ist so gut, dass Patrick es so schnell weginhaliert, dass ich mich frage, ob es überhaupt da war. Dann nehme ich halt das Sauerteigbrot, von dem tatsächlich sogar noch Dampfschwaden aufsteigen, als ich eine Scheibe herausziehe. Schon wähne ich mich im Frühstücks-Wunderland, dabei habe ich das Birchermüsli und die riesige Rührei-Stulle mit Avocado und Schnittlauch-Garnitur noch gar nicht angefasst. Das Frühstück ist wirklich on point: Das Rührei ist genau so, wie man sich ein Rührei wünscht, auf dem heißen Brot zergeht die Butter wie im schnieksten Werbefilm und der Frischkäse und die selbstgemachte Marmelade sind zum Niederknien. In Gedanken summe ich den Intro-Song von Heidi, Stück für Stück verschwindet ein Stück Alpentraum in meinem Mund und eigentlich warte ich nur noch, dass Ziegen-Peter mir einen Becher frische Milch über den Holztisch entgegen schiebt.

Unsere Augen waren natürlich wie immer größer als unser Magen, aufgegessen wird aber trotzdem. Foodbaby hin oder her.

Ich hätte meinen Tag definitiv nicht schöner beginnen können und wenn ich mir so Patricks wohliges Grinsen ansehe, geht es ihm wohl nicht anders. Wenn Euch also der Sinn nach einer wahren Gaudi am Morgen steht, seid mit der Alpenkantine goldrichtig. Von süß bis deftig findet hier garantiert jeder etwas nach seinem Geschmack. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Kaiserschmarrn zum Frühstück? Den gibt’s beim nächsten Mal, mit Oma aus Österreich.


Alpenkantine

Osterstraße 98
20259 Hamburg

Mo-Fr 10 – 22
Sa, So 10 – 21

Brunch
Mo-Fr 10 – 12
Sa, So 10 – 14

http://alpenkantine.de

fb: Alpenkantine


     

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