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Food.Blog.Meet 2018 in Hamburg AKA Food is Coming Home

Food.Blog.Meet 2018 in Hamburg AKA Food is Coming Home

Photo: Sebastian Schubbe
Text: Chiara Cigliutti


Der Wecker klingelt um 8.10.

Die Sonne scheint wie ein Weltmeister, Sonne ist der neue Regen hier im Norden.

Regen 2.018.

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Einmal kurz duschen und dann schwing ich mich auf mein Rennrad, um die 10 min zum Hafen runterzudüsen. Heute brauch ich ja nicht länger als ein paar Kilometer (3.3 laut Strava), um zu meinem Ziel zu kommen, denn heute ist Food.Blog.Meet. Und zwar in Hamburg!

Vorbei an immer hungrigen Möwen und Freitag-Nachts-Leichen radel ich am Fischmarkt entlang bis ich unsere heutige Location erreiche: Trend Küche & Club.

Dort treff ich auf Sebastian, unser neuster Studio-Azubi, der schon auf mich wartet und sehr gespannt ist. Der Junge war nämlich noch nie bei einem Blogger Event dabei, das merkt man vor allem daran, dass er schon zu Hause gefrühstückt hat, obwohl das heutige Thema “Frühstück & Brunch” lautet.

Anfänger!

Und schon geht es los: Die Türen von der Trend Küche gehen auf und Torsten empfängt uns mit seinem üblichen Mr. Nice Guy Charme. Manchmal denk ich wirklich, dass er, ein bisschen wie Obelix, als Kind in den Nettigkeits-Zaubertrank gefallen ist.

Der Veranstaltungsort hat es in sich: Eine alte Parkhalle wurde hier zur Miet-Location umgewandelt. An der Straßenseite sorgt eine lange Reihe Industrie-Fenster für viel Tageslicht, mitten im Raum Arbeitstische, lange Theken, Esstische usw. Das besondere daran: Hier ist nichts fest eingebaut, alles steht auf Rollen und kann hin- und hergeschoben werden, wie man halt lustig ist.

 

✔ Weihnachtsfeier mit selber Kochen: kein Problem

✔ Gesetztes Essen mit anschließender gediegener großer Walzer-Runde: nichts einfacher als das

✔ Tetris-Motto-Party für Innenarchitekten: I was born for this shit, baby!
 

Ich navigiere zielsicher Richtung Kaffeemaschine. Die entzückende äthiopische Barista guckt mich nur kurz an und serviert mir einen doppelten Espresso. Mmmmm, lecker! Jetzt kann ich auch wieder in Farbe sehen.

Frisch koffeiniert mach ich mich auf die Suche nach den anderen drei Veranstaltern des Tages, Sascha, Torstens bessere Hälfte im Leben wie beim Blog Die Jungs kochen und backenund Benni und Theres vonGerne Kochen”.

Auch sie finde ich im Raum, herumschwirrend wie fleißige Bienen. Eine Begrüßung hier, eine kurze Anweisung da, ich sag’s euch: Food.Blog.Meet zu organisieren muss verdammt schwierig sein, aber diese Menschen beherrschen es perfekt.

Ok, genug geschleimt. ;-)

Die Food Blog Fab Four sind auch nicht die einzig bekannten Gesichter, die mir entgegen strahlen. Anja von UFOP, Kai und Patrick von Spicebar, David und Greta von Eatventure gehören zu den Leuten, die man gerne auch zweimal im Leben trifft.

Anja kämpft seit Jahren wie ein edler Tafelritter für den Ruf des Rapsöl (ja Leute, es sind nicht mehr die 70er, Rapsöl ist mittlerweile gesund UND richtig lecker).

Kai und Patrick sind mit ähnlichem Herzblut bei ihren Gewürzen dabei: Was mich diesmal richtig begeistert hat, war der violette Kardamom aus Nepal. Ich kenne die Kapseln aus meiner Reise durch besagtes Land und war immer schwer enttäuscht, dass sie in Europa unauffindbar waren. Bis jetzt! Spicebar-Jungs, ihr seid meine Helden!

Und Eatventure, oh Eatventure! Jeder, der Premium-Fleisch in Deutschland vertreibt und mit Worten wie Shio Aged, Dry Aged und Biru Wagyu um sich schmeißt, hat sehr schnell einen sehr wichtigen Platz in meinem Fleischfresser-Herzen.

But first things first: Es gibt ja ein Frühstück zuzubereiten.

Wie so oft bei einem Food Blogger-Event ist das Essen im Handumdrehen fertig: Marmelade wird gekocht (aus dem zauberhaften Buch von den Jungs), Wurstsalat gehobelt, Fleischtartar klein geschnitten und eh ich mich versehe, sitz ich da am Tisch mit Sebastian umgeben von lauter Leckereien.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, dürfen wir (zum Glück) erstmal sitzen bleiben: Denn eine kleine, quirlige Frau betritt die Bühne. Mit bezaubernd gerollten Rs und Locken, die Valderrama zu seinen besten Zeiten hätten erblassen lassen, stellt sie sich als Wein- und, was heute bedeutsam sein wird, Wasser-Sommelier vor.

Ja richtig, Wasser-Sommelier, wenn ihr jetzt etwas verwirrt guckt, keine Bange, sogar mein Autokorrektur-Programm denkt dieses Wort existiere nicht.

Völlig unberechtigt, wie wir im Verlauf der nächsten 40 Minuten lernen werden! Es gibt ja so viel Neues zu erfahren! Wasser kann weich, hart, süss, salzig, metallisch und vieles mehr sein und wenn man sich richtig hinsetzt und verschiedene Sorten direkt vergleicht, entdeckt man eine völlig neue Welt an Geschmacksmöglichkeiten. Zum Beispiel, dass Wasser, genauso wie Wein, Speisen positiv oder negativ beeinflussen kann und dass es sich lohnt sich im Wasser-Paradies Deutschland mit dem Thema etwas ausführlicher zu beschäftigen.

Wasser ist auch beim nächsten Thema ein nicht zu unterschätzender Faktor. Es geht um Kaffee, nämlich von der Hamburger Firma Solino, die mich heute schon mit fünf Espressi am Leben gehalten hat.

 Solino hat sich Fair Trade ganz groß auf die Fahne geschrieben und treibt das Konzept ein ganzes Stück weiter als seine Mitkonkurrenten. Über die Jahren hat die Firma in Addis Abeba ein Team von einheimischen Experten aufgebaut, frei nach dem Motto “Arbeitsplätze statt nur Rohstofflieferant”.

Die Bohnen werden komplett in Äthiopien geerntet, geröstet und verpackt, so bleibt mehr als 60 % des üblichen Geldes im Land und man schafft nebenbei qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort. Bei Lieferzeiten von höchstens zwei Wochen bleibt der Kaffee, in Vakuum verpackt, trotzdem frisch.

Und der schmeckt auch richtig lecker, fast so gut wie das Gefühl etwas gegen die hässlichen Überbleibsel des europäischen Kolonialismus zu machen.

So geht der Nachmittag langsam zu Ende, Sebastian schießt eifrig Bilder und ich hab endlich mal Zeit mich mit anderen Bloggern zu unterhalten.

Die Sonne verwöhnt uns auf der Terrasse und alle beneiden uns um unsere kurze Fahrt nach Hause und ich denke “Ach, es wär so schön, wenn das Food.Blog.Meet jedes mal in Hamburg wäre!”


.... In Season: Gooseberry  .. IN SEASON: Stachelbeere ....

.... In Season: Gooseberry .. IN SEASON: Stachelbeere ....

.... In Season: Basil  .. IN SEASON: Basilikum ....

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